Caprivi (auch Caprivi-Zipfel, Caprivi-Streifen oder Caprivi Strip) ist eine der 13 namibischen Verwaltungsregionen. Es handelt sich um eine zipfelförmige Ausbuchtung im Nordosten Namibias, die bis zum Sambesi reicht. Benannt wurde dieser Teil der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrikas von Theodor von Leutwein nach dem Reichskanzler Graf Georg Leo von Caprivi, dem Nachfolger Bismarcks.
Geographie
Der Caprivi Streifen schließt sich östlich an die Region Kavango an und wird im Norden von Angola und Sambia, im Osten von Simbabwe und im Süden von Botswana begrenzt. Mehrere ganzjährig wasserführende Flüsse wie der Okavango, der Kwando und Nebenarme des Sambesi durchziehen den Caprivi-Streifen und machen ihn so zu einer ausgesprochen feuchten und daher auch sehr wildreichen Region. Große Teile des Caprivi-Streifens werden von Naturschutzgebieten eingenommen und sind daher zunehmend Ziel touristischer Aktivitäten - eine Entwicklung, die mit dem durchgehenden Asphaltieren der inzwischen ganzjährig befahrbaren Nationalstraße B 8 gefördert wurde.
Bevölkerung
Die Caprivier stellen etwa 4% der namibischen Bevölkerung. ethnische Zusammensetzung Fwe, Lozi, Subia, San (Buschleute), Nyemba
Gesundheit: Der Caprivi ist Namibias AIDS-Hochburg. Etwa jede vierte schwangere Frau ist mit HIV infiziert. Insgesamt sind 34% der dort lebenden Bevölkerung HIV-positiv.
Infrastruktur: 2 Krankenhäuser in Katima Mulilo (220 Betten) und Andara (100 Betten), 3 „Health Centres“ und 29 Kliniken
Geschichte
Am 1. Juli 1890 wurde der Caprivi-Zipfel (benannt nach dem damaligen deutschen Reichskanzler Grafen Leo von Caprivi) im Helgoland-Sansibar-Vertrag von Großbritannien an das Deutsche Reich abgetreten. Das Ziel dieses Vertragsteils war auf deutscher Seite, die Voraussetzungen für eine Landverbindung zu der Kolonie Deutsch-Ostafrika zu schaffen. 1908 unternahm Hauptmann Kurt Streitwolf (kaiserlicher Resident des Caprivizipfels) im Auftrag des damaligen Gouverneurs von Schuckmann eine Expedition durch den Caprivizipfel (früher auch unter dem Namen „Deutsches Barotseland“ oder „Deutsches Zambeziland“ bekannt). Streitwolf kam zu dem Schluss, dass der Caprivizipfel von hohem Wert für das Schutzgebiet sei und nur gegen etwas wirklich Wertvolles, z.B. die Walfischbucht, eingetauscht werden sollte. Am 27. Januar 1909 wurde der Caprivi administrativ in das Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika eingegliedert. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde der Caprivi 1914 von Großbritannien annektiert.
Von 1918 bis 1929 war er Teil der britischen Kolonie Betschuanaland, dem heutigen Botswana. Danach wurde der Caprivi-Zipfel verwaltungsmäßig wieder dem seit 1920 unter südafrikanischer Verwaltung stehenden Mandatsgebiet Südwest-Afrika zugeordnet, zumal die damalige Südafrikanische Union ohnehin unselbstständiger Teil des britischen Commonwealth of Nations war.
1990 erlangte Namibia die Unabhängigkeit und damit auch Verfügungsgewalt über den Caprivizipfel. Im August 1999 kam es in der Provinzhauptstadt Katima Mulilo zu (möglicherweise auch von Botswana unterstützen) bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der Sezessionsbewegung „Caprivi Liberation Movement“ (CLM) und der namibischen Regierung. Ziel des schwelenden Konflikts ist die Unabhängigkeit des Caprivi von Namibia. Ein Unruheherd war der Caprivi aber auch durch den langjährigen Bürgerkrieg in Angola: nach offiziellem Ende der Kampfhandlungen zogen versprengte Truppenteile der besiegten Unita auf der Flucht plündernd und terrorisierend auch durch den Caprivi-Streifen und wurden dort sowohl von angolanischen wie auch namibischen Truppen verfolgt. Es kam zu zahlreichen Überfällen, so dass der zivile Verkehr im Caprivi-Streifen ganz zum Erliegen kam oder nur noch unter militärischem Schutz möglich war
Wirtschaft
Der Caprivi ist nicht nur Namibias Zugang zum Wasser der Okavango und somit wichtig für die Wirtschaft der Region, sondern wird zunehmend auch touristisch wiederentdeckt. So bildet er den Ausgangspunkt für Reisen zu den Viktoria Fällen und dem Okanvango Delta
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