Bantu ist der Sammelbegriff für über 400 verschiedene Ethnien Süd- und Mittelafrikas, die eine Sprache sprechen, die zur Sprachfamilie der Bantusprachen gehören. Es gibt heute (2004) über 300 Millionen "Bantu".
Im Sprachgebrauch der "Weißen" Südafrikas wird "Bantu" oft als Bezeichnung für alle Schwarzafrikaner gebraucht. Außerdem nennt man so oft die Hackbauern Gabuns.
Der Begriff "Bantu" ist ähnlich problematisch wie der Begriff "Slawen" oder "Semiten". Dr. Wilhelm Bleek gebrauchte 1862 in seinem Buch Eine vergleichende Grammatik der südafrikanischen Sprachen als Erster das Wort "Bantu" als Sammelbezeichnung für alle "Bantu-Völker. "Bantu" bedeutet in vielen Bantusprachen "Menschen". Bleek wagte die Hypothese, dass eine Vielzahl von Sprachen, die in Zentral-, Süd-, Ost- und sogar Westafrika verwendet wurden, so viele gemeinsame Charakteristiken hatten, dass sie zu einer gemeinsamen Sprachfamilie gehören müssen. Diese These wird im Wesentlichen heute noch immer akzeptiert, auch wenn einige Details modifiziert worden sind. Das meiste, was über der Geschichte der Bantu bekannt ist, konnte durch linguistische Forschung rekonstruiert werden.
Die einzelnen Bantu-Gruppen waren zur Zeit der Kolonisierung Afrikas über ein weites Territorium verstreut, das von Kamerun und Kenia bis nach Südafrika reichte. Die "Bantu" selbst bezeichneten sich nicht als "Bantu" und hatten auch kein nationales Zusammengehörigkeitsgefühl. Einige gemeinsame Bräuche verbanden die Gruppen. Mit dem seit dem Eindringen der Europäer in Afrika zunehmend schnelleren Kulturwandel wird der Begriff "Bantu" über das Sprachliche hinaus immer weniger relevant, wenn nicht sogar irreführend.
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