Kultur

Die Bantu waren nicht territorialbezogen wie die Europäer, sondern vielmehr gruppenbezogen. Gemäß ihrer Ansicht, konnte man Land nicht besitzen sondern nur nutzen. Solange genügend Land für alle vorhanden war, hatten sie tatsächlich nur sehr vage Vorstellungen von Grenzen. Grenzen gestalteten sich vielmehr natürlich in Form von Flüssen oder Bergen, die jedoch keineswegs fix waren.

Nahrungserwerb

Der Nahrungserwerb der Bantu beschränkte sich in der Hauptsache auf Hirtentum, Ackerbau und Jagd, wobei meist die Frauen für den Ackerbau und die Männer für das Hirtentum und die Jagd verantwortlich zeichneten. Das Fischen war erstaunlicherweise außer bei den Tsonga und zum Teil bei den Mpondo von keinerlei Bedeutung. Die Hauptnahrungsmittel waren somit Mais, Fleisch, Gemüse, Kuh- und Geißenmilch, Wasser und Kornbier, das allerdings verglichen mit dem europäischen Bier nur sehr wenig Alkohol enthielt. Beim Verzehr von Fleisch beachteten die Bantu eine ganze Reihe von Tabus. So durfte beispielsweise kein Fleisch von Hunden, Affen, Krokodilen und Schlangen gegessen werden. Ebenfalls tabu war das Fleisch einiger Vögel, wie der Eulen, Krähen und Geier. Je nach Ethnie mussten weitere Tabus beachtet werden.

Allen Bantu-Ethnien gemein war auch eine klare Trennung zwischen den Aufgaben der Frauen und derjenigen der Männer. Unterschiedlich war jedoch die Art der Trennung.

Haustypen

Die Bantu wohnten in zwei verschiedenen Typen von Hütten. Zum einen kannten die Nguni die so genannte Beehive Hut, wobei es sich um ein kreisartig aufgebautes Grundgerüst aus langen Schößlingen, das mit Gras bedeckt wurde, handelt. Die Hütten der Sotho, Venda und Shangana-Tsonga sind unter dem englischen Begriff Cone-and-Cylinder-Hut bekannt. Dabei wurde aus vertikalen Pfosten eine zylindrische Wand geformt, die mit Schlamm und Kuhdung abgedichtet wurde. Das Dach wurde aus zusammengebundenen Schösslingen gebaut. Der Boden bestand bei beiden Typen aus festgestampfter Erde.

Glaube

In den Glaubensvorstellungen der Bantu nimmt der Magie-Begriff eine zentrale Rolle ein, also der Glaube an übernatürliche Wesen, die man positiv zu beeinflussen versuchte. Diese übernatürlichen Wesen konnten - gemäß ihrer Überzeugung - das Leben zum Guten wie auch zum Schlechten hin beeinflussen. Sie sahen in den übernatürlichen Wesen oft eine Manifestation der Seelen verstorbener Vorfahren. Mit einer Vielzahl von Zeremonien, Riten und Tabus versuchten die Bantu den guten Willen der Geister zu erhalten. Viele Bantu glaubten, dass sich Tote in Schlangen verwandeln; deshalb wurden auch diese verehrt.

Nebst dem Glauben an übernatürliche Wesen herrschte aber auch der Glaube an ein höchstes Wesen, den Schöpfer vor. Die Bantu glaubten jedoch nicht, dass sich der Schöpfer großartig um die Menschen kümmert, deshalb verehrten sie ihn kaum in Kulten, sondern riefen ihn höchstens in Gebeten an. In trockenen Gebieten nahm er die Rolle des Regenmachers ein, in feuchteren wurde er eher als Sonnengott gesehen.

Des Weiteren kannten die Bantu die Trennung von Körper und Geist. Die unsterbliche Seele trennte sich beim Tod vom sterblichen Körper - so der Glaube der Bantu.

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